Die SPD lenkt ein

Na das klingt doch langsam mal gut:

Löschen statt Sperren: Kinderpornographie wirksam bekämpfen, Internetzensur verhindern!

Beschluss:
Die SPD will das Internet als Raum der Kommunikation, der Diskussion und des Wissens erhalten und schützen. Deshalb lehnt die SPD die Initiative der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zur Errichtung einer Zensurinfrastruktur für das Internet ab. Der SPD-Bundesparteitag fordert die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion auf, diesem Gesetzentwurf (BT-Drucksachen 16/13125 und 16/12850) – selbst in geänderter Form – nicht zuzustimmen.

Die geplanten Internet-Sperren bergen erhebliche Risiken für unser demokratisches Gemeinwesen und die Informations- und Meinungsfreiheit. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum – es darf aber auch nicht vor dem Hintergrund fadenscheiniger Begründungen zensiert werden.

Quelle: http://www.bjoern-boehning.de/2009/06/11/loschen-statt-sperren-kinderpornographie-wirksam-bekampfen-internetzensur-verhindern/

achja, und was die Bild daraus gemacht hat:

Der Sprecher der SPD-Linken, Björn Böhning (31), will den Gesetzentwurf der Großen Koalition zur Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet zu Fall bringen. Der Entwurf sieht vor, dass solche Websites durch Stoppschilder gekennzeichnet werden. Wer sie trotzdem aufruft, wird strafrechtlich verfolgt. Für Böhning ist das laut “Spiegel Online” nur “Alibi-Politik”.

BILD meint: Stoppt Böhning!

Setzen, 6!

Wahlversprecher?

Der erste Politiker (Wiefelspütz, SPD) hat zugegeben, dass es längerfristig auch um allgemeine Sperren gehen soll:

“Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden”, äußerte sich Wiefelspütz in Bezug auf Webseiten mit verfassungsfeindlichen oder islamistischen Inhalten und fügte hinzu “Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt”.

die FDP wird mir langsam sympathisch…

Für die innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, belegen die Äußerungen von Wiefelspütz, dass es um eine generelle Regulierung des Internets gehe. “Union und SPD behaupten, Kriminalität zu bekämpfen und bekämpfen in Wirklichkeit das Internet und die Freiheit der Menschen”, kritisierte sie in einer Mitteilung.

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Wiefelspuetz-will-Internet-Sperren-ausweiten–/meldung/140008
Statement der Piratenpartei: http://piratenpartei.net/2009/06/06/und-es-geht-doch-um-zensur/

Zensur III

Nachdem ja neulich schon von dem Versuch der Kinderschutzorganisation Carechild berichtet wurde, die mit der dänischen Sperrliste gezeigt hatten, dass ein Anschreiben der Provider eine sofortige Überprüfung und bei Bedarf Sperrung der zensierten Seiten bewirkt, hier ein Versuch einer deutschen Organisation (AK-Zensur):

Jetzt machte Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) die Probe aufs Exempel, analysierte mit automatischen Verfahren die diversen europäischen Sperrlisten und schrieb die Provider an, auf deren Servern sich laut der Listen kinderpornographisches Material befinden soll. Mit beeindruckender Resonanz: Innerhalb der ersten 12 Stunden nach Aussenden der Mails wurden bereits 60 Webauftritte gelöscht.

Weitere Resultate und Erkenntnisse:

  • Die ersten Reaktionen bzw. Löschungen folgten bereits nach wenigen Minuten und kamen unter anderem aus den USA, Holland, Dänemark, Russland sowie Deutschland.
  • Drei der jetzt vom Netz genommenen Webauftritte befanden sich auf Servern in Deutschland.
  • Insgesamt wurden automatisiert 348 verschiedene Provider in 46 Ländern angeschrieben und über rund 1943 gesperrte vorgeblich illegale Webseiten informiert. Eine manuelle inhaltliche Analyse der Webseiten hat vorher nicht stattgefunden.
  • 50 Provider haben auf die Anfrage geantwortet, haben aber hauptsächlich legale Inhalte gefunden; mit Stichproben konnten diese Angaben bestätigt werden.
  • Zehn Provider gaben an, ingesamt 61 illegale Inhalte entfernt zu haben. Mit einer einfachen E-Mail kann man also schon viel erreichen.
  • Bei der überwiegenden Mehrheit der Webseiten, darunter einigen aus Deutschland, zeigte sich bei der Überprüfung durch den Provider, dass die Webseiten kein kinderpornographisches, teils überhaupt kein irgendwie beanstandbares Material enthielten – die Webauftritte waren folglich zu Unrecht gesperrt. In Finnland werden zudem auch mehrere inländische Webseiten blockiert, die sich kritisch mit den dortigen Internet-Sperren auseinandersetzen.
  • Die Provider wurden bislang nicht darüber informiert, dass die bei ihnen gehosteten Webauftritte auf einschlägigen Sperrlisten geführt wurden.
  • Wenn sie darauf hingewiesen werden, sind die Provider zur Kooperation bereit und entfernen illegale Inhalte umgehend.
  • Teilweise handelte es sich bei dem gesperrten Material um “gecrackte” Webauftritte, also solche, die durch Ausnutzen von Sicherheitslücken zur Verbreitung fremden Materials missbraucht wurden. Auch hier zeigten sich die Provider sehr dankbar für die Hinweise.

Die Abschaltung von Webauftritten mit kinderpornographischen Inhalten dauert nicht länger als die Übermittlung einer Sperrliste. Dies führt die Argumentation der Befürworter des bloßen Sperrens ad absurdum – es gibt keinen sachlichen Grund, strafbare Inhalte im Netz zu belassen und sie für alle einschlägig Interessierten mit minimalem Aufwand weiterhin zugänglich zu halten.

Was für eine Bürgerinitiative wie den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur möglich ist, sollte für die deutsche Regierung und Strafverfolgungsbehörden ein Leichtes sein und die hier erzielten Ergebnisse deutlich übertreffen können.

Löschen statt Sperren – von Beginn an die Forderung des AK Zensur – ist möglich!

Aussender: Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur)
Web: http://ak-zensur.de/

Quelle: AK-Zensur

Die Online-Petition hat übrigens die hunderttausendermarke überschritten. Trotzdem ist JEDE EINZELNE Stimme wichtig!

In dem Sinne: löschen statt sperren!

Zensur II

Es wird schmutziger um die Durchsetzung des Internetfilters.
Ein ominöser verein namens “Deutsche Kinderhilfe e.V.” versucht mit Propaganda-Sprüchen eine Gegen-Unterschriftenliste aufzustellen. Dazu werden in Fußgängerzonen, aber auch vor Fußballspielen, Unterschriftenlisten mit der Überschrift “Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinder’pornographie’ im Internet”, im weiteren Text heißt es “Es darf kein Grundrecht auf Verbreitung kinderpornographischer Seiten geben”. Ja, natürlich darf es dieses Grundrecht nicht geben — aber das bezieht sich doch in keinster Weise auf den Inhalt der Petition!
Leider ist die Seite der Kinderhilfe momentan nicht erreichbar…
mehr Infos:
Stefan Niggemeier
Spiegelfechter
DonDahlmann

€dith sagt:
grad noch drauf aufmerksam gemacht worden:

Andres Popp, Spitzenkandidat der PIRATEN zur Europawahl[...]: „Der Knackpunkt bei dieser Debatte liegt in den technischen Details. Ich bezweifle, dass die Befragten im Vorfeld über den Unterschied zwischen ‘Sperren’ und ‘Löschen’ aufgeklärt wurden, geschweige denn über die Risiken von Netzzensur. Die Befürworter der Netzsperren werden nicht müde, so zu tun, als ginge es um die Frage, ob Kinderpornographie im Netz stehen darf oder nicht. Natürlich will das keiner, der bei klarem Verstand ist, und es ist auch bereits zurecht verboten. Es geht aber darum, dass dieser Kampf mit rechtsstaatlichen Mitteln geführt werden muss, nicht mit denen von Diktaturen wie China.“
Quelle: http://www.piratenpartei.de/node/751

kinderporno.info

Zensur des Internets

Momentan in aller Munde ist ja — neben der Schweine-/Mexiko-/Nordamerika-/Neuen Grippe — die geplante Maßnahme gegen Kinderpornografie im Internet.
Schön und gut. Gegen Kinderpornografie sind wir alle. Nur sollte man sich mal genauer damit beschäftigen, WIE dieser Filter funktionieren soll.
Zum einen soll diese Liste der indizierten Seiten geheim bleiben. Warum? Nunja, in anderen Ländern versehentlich öffentlich gewordene Listen haben gezeigt: Die meisten Einträge sind False Alarm:

In den letzten Monaten sind mehrere Sperrlisten aus verschiedenen Ländern im Internet aufgetaucht. Die Echtheit der Listen wurde bislang von keiner Seite bestritten, höchstens die Aktualität. Analysen von Bürgerrechtlern ergaben, dass sich sowohl auf der dänischen als auch auf der finnischen URL-Liste mehrheitlich Adressen befanden, die sich bei näherer Betrachtung nach dem jeweils geltenden Strafrecht nicht als Kinderpornografie-Links klassifizieren ließen.
Quelle: http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere–/artikel/135867

Und es kommt noch besser. Aus dem gleichen Artikel:

[...]die Kinderschutzorganisation Carechild [machte jüngst] ein aufschlussreiches Experiment. Sie verwendete dazu 20 Adressen aus der im Netz aufgetauchten dänischen Sperrliste. 17 der Seiten waren in den USA gehostet, jeweils eine in den Niederlanden, Südkorea und England. Carechild schrieb an die Abuse-Mail-Adressen der Hostingprovider und bat um Entfernung der Inhalte. Das Ergebnis: acht US-amerikanische Provider haben die Domains innerhalb der ersten drei Stunden nach Versand der Mitteilung abgeschaltet. Innerhalb eines Tages waren 16 Adressen nicht mehr erreichbar, bei drei Websites teilte der jeweilige Provider laut Carechild glaubhaft mit, dass die Inhalte nach augenscheinlicher Prüfung keine Gesetze verletzen oder der Betreiber für die abgebildeten Personen entsprechende Altersnachweise vorlegen konnte.

Dieser Versuch lässt erkennen, dass es hier nicht um die wirksame Bekämpfung von Kinderpornografie geht, sondern darum, die technischen Voraussetzungen für eine beliebig anwendbare Zensur zu schaffen. Wobei über die technische Umsetzung eh gestritten werden kann…
Dazu kommt, dass das Prinzip der Gewaltenteilung nicht mehr zu existieren scheint:

1. Die gesperrten Inhalte stehen auf einer Liste, die das BKA direkt und ohne Prüfungsinstanz erstellt und die die Provider möglichst ohne sie anzuschauen zu installieren haben. Es entscheidet kein Richter über den Inhalt, es überprüft keine unabhängige Institution über die Rechtmäßigkeit, es gibt keine Regelung, wie Adressen überhaupt wieder von der Liste gelöscht werden könnten. Die Polizei, die Verbrecher verfolgt, bestimmt, welcher Wunsch nach welcher Information ein Verbrechen ist. Vorab zu definieren, was ein Verbrechen ist und hinterher darüber zu entscheiden, ob ein Verbrechen begangen wurde ist aber nicht Aufgabe der Polizei.
2. Die Liste ist geheim. So lange diese Liste nicht in die Öffentlichkeit gerät kann alles drinstehen und nichts davon muss gerechtfertigt werden. Wer das in Frage stellt wird zum Verdächtigen. Wie Zensur in Reinform eben funktioniert.
3. Der Gesetzentwurf ist schwammig genug, daß das BKA im Prinzip alles in die Liste setzen kann. Da im Web jeder Inhalt nur einen Klick weiter vom letzten entfernt ist und das Gesetz möchte, daß auch “mittelbare” Seiten gesperrt werden können, kann somit de facto auch jede Seite gesperrt werden.
4. Das System soll die direkte Verfolgung von Zugriffen erlauben. es wird nicht nur gesperrt, sondern es kann auch nachgeschaut werden, wer sich die gesperrten Seiten ansehen will. Dies kann dann Anlass für verdeckte Überwachungen, Hausdurchsuchungen und andere existenzbedrohende Vorgänge sein.
Quelle: http://weblog.micha-schmidt.net/2009/04/25/jens-scholz-warum-es-um-zensur-geht/

Deswegen eine Bitte von mir:
Bitte unterzeichnet die entsprechende Petition beim Bundestag: klick

Update 08.05.09: Es sind mittlerweile über 50.000 Unterzeichner, die Mindestanzahl, damit sich der Bundestag damit beschäftigen muss. Allerdings befürchte ich, dass die Daten eventuell noch bereinigt werden, denn theoretisch kann man sich ja auch mit gefälschter Identität anmelden. Weiterer Artikel dazu: http://www.n-tv.de/1150879.html

ein bißchen was für meine schüler:

Spielereien mit Live-USB-Sticks

Mein Freund hat ein neues Netbook. Ein Lenovo Ideapad s10e, augeliefert mit Suse. Wie installiert man da jetzt ein vernünftiges Betriebssystem drauf? Er hätte gerne Fedora und Windoof. Nungut, neulich hatte ich mich schonmal ein bißchen über Live-USB-sticks informiert und herausgefunden, dass ubuntu ein Tool namens usb-creator besitzt. Ok, dacht ich mir, schmeiß ich halt die fedora-Live-CD als iso rein und feddisch. Nee, Pustekuchen. Das Tool nimmt anscheinend nur Ubuntu-CDs… Also gegooglet und auf diese Seite gestoßen: http://www.fedoraforum.de/viewtopic.php?f=4&t=16779. Hat dann auch wunderbar geklappt – für Fedora. Ich wollt danach als Spielerei für mich noch nen CentOS-USB-stick basteln. Ging nicht. Für die anleitung braucht man das skript livecd-iso-to-disk, das bei fedora auf der Live-CD untergebracht ist. Nach längerem googlen, ob es dieses Tool auch für ubuntu/debian gibt, mein verzweifelter Versuch, die Datei einfach ins /home/ zu kopieren: geht!

Also hier die Anleitung, die unabhängig von installiertem System oder Live-CD-Distribution funktionieren sollte (weitere Tests meinerseits werden folgen ;))

Diese Datei ins home kopieren und ausführbar machen.

Im fogenden ist /dev/sdX der USB-Stick.

1. Iso downloaden

2. root werden
sudo -s bzw. su

3. USB Stick unmounten
umount /dev/sdX

4. USB Stick formatieren (VORSICHT: Alle Daten auf dem USB-Stick werden gelöscht!)
mkfs.ext2 /dev/sdX

5. USB Stick erstellen
./livecd-iso-to-disk iso /dev/sdX

Nächstes Projekt: einen Windows-Installations-Stick basteln und evtl sogar einen Multiboot-USB-Stick. Wozu? Keine Ahnung… :D

Pinky ist am 16.11.2008 gestorben :(
Damit Brain nicht alleine ist, habe ich (mit ihm zusammen) am letzten Wochenende für ihn neue Freunde geholt. Die 4 kamen aus schlechter Haltung und haben Kampfspuren (abgebissene Schwänze). Die Vergesellschaftung läuft bis jetzt aber sehr gut und die meiste Zeit sieht man die fünf schlafend auf einem Haufen:

Weitere Bilder gibt es unter http://suentje.de/fetzi-vg/, da kommen auch immer wieder neue dazu.

Schlafmäuse

übrigens: um das foto zu machen, hab ich erst den hamsterknast (in dem die beiden während des saubermachens des terrariums waren) auseinandergebaut und das grasnest so positioniert, dass ich gut fotografieren konnte. aufgewacht sind die beiden nicht :D
(der andere liegt übrigens bauch an bauch auf dem, den man sieht…)

kleine Wunschliste

falls jemand ncoh nach einem Geschenk für mich sucht, ich hätte da ne Idee:
http://www.holzkontor-international.com/
ich hätte gern maus, tastatur und monitor in wahlweise mahagony, walnuss, amaranth oder bubinga. natürlich alles im gleichen holz…
allerdings wird das vermutlich sehr teuer…
da auf der webseite keine preise zu finden waren, habe ich mal eine anfrage an die kontaktadresse geschickt…

[...]
Einige Preisbeispiele:

Eine optische Maus, drahtlos, Oberschale in massivem Holz gearbeitet kostet 159,- Euro
Eine Tastatur in Nussbaum massiv, deutsches Layout, USB-Anschlusskabel, kostet 819,- Euro.
Ein Monitor in 20 Zoll widescreen ebenfalls in Nussbaum liegt bei 1.324,- Euro.

Alle Preisangaben sind exklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Die Versandkosten werden extra berechnet.
[...]

« Previous PageNext Page »

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: